DIRECTORS NOTES

I lived in Nicaragua for a year with my young family. I wanted to shoot a documentary about street children - a subject that in the „land of children“ literally confronts you on every street corner. I began my research at ground level, on the street, and soon felt like a Swahili, wanting to shoot a documentary about sauerkraut in Germany. Anyway, I gave out disposable cameras to children and sent them off with the task of taking photographs - of whatever they wanted. The results in mind, I wanted the film to let the country speak for itself. For me it was a logical conclusion not to shoot a straightforward documentary, but to intertwine reality and fiction to the extent that the story and location became an inseparable whole, merging the boundaries between documentary and feature film, until they ceased to be important. This is why „PLANET CARLOS“ no longer tells the story of a „street child“ and I do not claim to show “real life”. The film just tells the story of a boy who, as I am, and as my own child will, is fighting for his dream. I tell this story, because it is an important story for Nicaragua and, in my opinion, it is perhaps the most important story of all.

 

REGIEKOMMENTAR

Ich habe ein Jahr mit meiner jungen Familie in Nicaragua gelebt, meine Frau hat dort gearbeitet. Ich wollte eine Dokumentation über Straßenkinder drehen - ein Thema, dass im „Land der Kinder“ sprichwörtlich auf der Straße zu liegen scheint. Vor Ort begann ich mit den Recherchen. Bald fühlte ich mich wie ein Suaheli, der in Deutschland eine Dokumentation über Sauerkraut drehen will. Also teilte ich Einwegfotokameras an Kinder aus und stellte ihnen die Aufgabe, zu fotografieren - was auch immer sie wollten. Die Ergebnisse vor Augen, wollte ich den Film aus dem Land heraus erzählen. Es war ein konsequenter Entschluss, aus diesem Grund keine Doku zu drehen. Ich beschloss, eine Geschichte zu suchen, die so sehr mit dem Land verwoben ist, dass Handlung, Handlungsort und Drehweise zu einem untrennbaren Ganzen verschmelzen und die Grenzen zwischen Spielfilm und Dokumentation völlig unwichtig werden. PLANET CARLOS erzählt deshalb nicht mehr die Geschichte eines „Straßen-kindes“. Ich erhebe auch keinen Anspruch darauf, irgendeine „Wirklichkeit“ abgebildet zu haben. Ich erzähle von einem Jungen, der um seinen Traum kämpft - so wie ich es auch tue, wie mein Kind es tun wird. Ich erzähle es, weil es eine wichtige Geschichte für Nicaragua ist, aus meiner Sicht vielleicht die Wichtigste überhaupt.
 

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